Bildungsgrundsätze

Was verstehen wir unter Partizipation?

Partizipation gehört zu den grundlegenden Merkmalen der Demokratie. Denn wie keine andere politische Ordnungsform ist die freiheitlich-demokratische Gesellschaft auf die breite Mitwirkung und Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Nur die politische und zivilgesellschaftliche Partizipation verschafft der Demokratie ihre nötige Legitimation.

In diesem Sinne heißt Partizipation nichts anderes, als dass wir als Bürgerinnen und Bürger, allein oder mit anderen, Einfluss auf politische oder zivilgesellschaftliche Entscheidungen nehmen. Dabei kann diese Einflussnahme ganz unterschiedlich erfolgen: z. B. durch Wahlen, die Mitgliedschaft in einer Partei, das Engagement in einer Bürgerinitiative oder die Teilnahme an einer Demonstration. Alle Möglichkeiten der Partizipation setzen jedoch voraus, dass wir uns als Bürgerinnen und Bürger unserer Interessen und Wünsche bewusst sind und diese auch artikulieren können. Zudem brauchen wir die Fähigkeit, uns in politischen und gesellschaftlichen Systemen zurecht zu finden. Und wir müssen bereit sein, die eigenen Interessen, Wünsche und Angelegenheiten mit Anderen nicht nur zu verhandeln, sondern auch aktiv umzusetzen.

Während sich die Voraussetzungen für eine Partizipation in Politik oder Zivilgesellschaft nicht verändert haben, sind mit der Entwicklung des Web 2.0 neue Formen zu den „klassischen“ Möglichkeiten der Partizipation hinzugetreten. Das gilt vor allem für den Lebens- und Sozialraum von Jugendlichen und jungen Menschen: Ihr Wille zur Mitwirkung ist eng an ihren eigenen Interessen, Bedürfnissen und Wünschen orientiert. Sie schaffen sich eigene Räume der Partizipation, die sich nicht immer mit einem klassischen Verständnis von Politik und Zivilgesellschaft decken. Dazu gehört auch das Social Web, das viele Jugendliche inzwischen als selbstverständlichen Bestandteil ihrer Lebenswelt begreifen. Mit JuMP möchten wir ihnen die Chance geben, für den eigenen Standpunkt einzutreten, eigene Interessen in die politischen und zivilgesellschaftlichen Entscheidungsprozesse einzubringen sowie kreative und innovative Mitwirkungs- und Beteiligungsformen zu entwickeln und anzuwenden.

Für JuMP ist die Partizipation von Jugendlichen und jungen Menschen nur dann erfolgreich:

  • wenn zusammen mit ihnen das nötige Wissen für eine politische und zivilgesellschaftliche Beteiligung erarbeitet wird. Dazu gehören nicht nur Urteils- und Handlungskompetenz, sondern auch ein breites Wissen über die selbst genutzten Medien.
  • wenn sich ihre Lern- und Lebensbereiche auf ihre Beteiligung einstellen und dabei kreative und innovative Partizipationsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Diese sollen Spaß machen, interessant sein und zugleich ernsthafte Mitgestaltungsmöglichkeiten darstellen.
  • wenn sie als Expertinnen und Experten ihres Alltags ernst- und wahrgenommen werden. Das stärkt nicht nur die Motivation zur politischen und zivilgesellschaftlichen Beteiligung, sondern auch die Qualität, Akzeptanz und Nachhaltigkeit des gesamten Partizipationsprozesses.

Für JuMP hört die Beteiligung Jugendlicher nicht mit dem Anklicken des »Like-Buttons« von Facebook auf. Hier beginnt sie vielmehr: Wir motivieren und befähigen Jugendliche und junge Menschen, die eigenen Interessen und Angelegenheiten zu erkennen, sie in Schule und Öffentlichkeit aktiv zu vertreten sowie selbstbewusst zu verhandeln und umzusetzen.